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Ein spontaner Flug, ein Biergarten und ein Gespräch, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht

Manchmal weiß man morgens noch nicht, dass man abends in einem anderen Bundesland sitzen wird. Genau so ein Wochenende war das. Meine Cousine wurde operiert – und irgendwas in mir sagte einfach: Komm - sie braucht mal Abwechslung.  Also habe ich mir spontan einen Flug nach München gebucht, eine kleine Tasche gepackt und war ein paar Stunden später bei ihr.

Es ging ihr gut. Das Wetter war toll und dann haben wir das getan, was man in München eben tut, wenn die Sonne scheint: Wir haben uns in einen Biergarten gesetzt.

Kastanienbäume, kühle Getränke, dieses leise Klappern von Maßkrügen im Hintergrund. Und dann kam eines dieser Gespräche, die man nur an so einem Nachmittag führt – ehrlich, ungeschminkt, von Herz zu Herz.

„Ich habe mich einfach nicht mehr wie ich selbst gefühlt"

Meine Cousine hat mir erzählt, wie es ihr in den Monaten vor der OP ging. Und das, was sie sagte, hat mich innerlich nicken lassen, obwohl ich es so von ihr noch nie gehört hatte.

Sie sagte, sie habe sich schleichend fremd im eigenen Körper gefühlt. Nicht krank im klassischen Sinn, sondern einfach… nicht mehr sie. Die Energie weg, die Stimmung auf dünnem Eis, das Gefühl, neben sich zu stehen. Sie konnte es lange nicht greifen und hat sich, wie so viele Frauen, erst mal selbst die Schuld gegeben. Zu viel Stress. Zu wenig Schlaf. Stell dich nicht so an.

Irgendwann hat sie dann doch eine Blutuntersuchung machen lassen. Und die zeigte, dass ein bestimmtes Hormon bei ihr schlicht nicht mehr da war. Sie hat daraufhin eine Hormonsalbe verschrieben bekommen – und seitdem, sagt sie, gehe es ihr deutlich besser.

Nicht wie über Nacht per Zauberhand, sondern spürbar. Die Dosierung muss immer wieder angepasst werden, das gehört dazu. Aber sie fühlt sich wieder mehr wie sie selbst. Und genau das war der Moment, in dem ich einen kleinen Kloß im Hals hatte, weil ich wusste, wie viele Frauen genau das gerade durchmachen – oft, ohne einen Namen dafür zu haben.

Warum mir dieser Nachmittag nicht mehr aus dem Kopf geht

Auf dem Rückflug habe ich dann etwas gelesen, das ich mir schon eine Weile vorgenommen hatte: den State of Menopause Report 2025 vom US-Unternehmen Bonafide. Und ehrlich? Ich saß da im Flugzeug und dachte die ganze Zeit an das Gespräch im Biergarten.

Der Report ist im Grunde eine große Umfrage, die Bonafide seit 2021 jedes Jahr durchführt. Für die Ausgabe 2025 wurden über 2.000 Frauen in den USA im Alter von 40 bis 64 Jahren befragt, die Symptome von Perimenopause und Menopause erleben. Es geht also nicht um Laborwerte oder Medizin im engeren Sinn, sondern um etwas mindestens genauso Wichtiges: Wie erleben Frauen diese Zeit eigentlich? Fühlen sie sich vorbereitet? Ernst genommen? Verstanden?

Und da wird es spannend – und ein bisschen traurig zugleich.

Was mir besonders hängen geblieben ist

Ein paar Dinge aus dem Report möchte ich dir erzählen, weil sie so gut zu dem passen, was meine Cousine erlebt hat.

Viele Frauen wissen gar nicht, was da mit ihnen passiert. Rund 59 Prozent der Frauen zwischen 40 und 49 gaben an, von der Perimenopause erst gehört zu haben, als sie die Symptome bereits am eigenen Leib erlebten. Man kann eben schwer einordnen, wofür man keinen Namen hat. Genau der Punkt, an dem meine Cousine so lange festhing.

Es trifft mitten ins Berufsleben. Drei von vier Frauen im Alter von 40 bis 49 berichteten, dass ihre Symptome mindestens einen Bereich ihres Arbeitslebens negativ beeinflusst haben. Fast die Hälfte dieser Altersgruppe sagt, die Beschwerden hätten sich negativ auf ihren beruflichen Ehrgeiz ausgewirkt. Und das ausgerechnet in einer Lebensphase, in der viele von uns beruflich richtig durchstarten.

Und – das fand ich fast am schmerzhaftesten – die Symptome werden oft falsch eingeordnet. Ein Teil der befragten jüngeren Frauen berichtete, dass ärztlicherseits ihre Perimenopause-Symptome fälschlich der Angst oder Nervosität zugeschrieben wurden. Wie oft hören Frauen wohl: Das ist bestimmt nur der Stress.

Was mich am Report aber auch getröstet hat: Ein sehr großer Teil der Frauen ist überzeugt, dass eigenes Wissen und Information der wirksamste Weg sind, um gut durch Perimenopause und Wechseljahre zu kommen. Und genau da können wir ansetzen.

Warum wir weiterreden müssen – am Küchentisch, im Biergarten, überall

Ich glaube, das ist der eigentliche Grund, warum mir dieses Wochenende so nachgeht. Meine Cousine hat sich monatelang selbst hinterfragt, bevor eine einzige Blutuntersuchung so viel klarer gemacht hat. Und der Report zeigt: Damit ist sie überhaupt nicht allein.

Je mehr wir über Hormone, Perimenopause und Wechseljahre sprechen – offen, ohne Scham, ohne dieses „das gehört sich nicht" –, desto eher erkennen wir bei uns selbst und bei den Frauen, die wir lieben, was da eigentlich los ist. Nicht, weil jede von uns plötzlich Ärztin sein soll. Sondern weil ein Name, eine Ahnung, ein „vielleicht liegt es daran" oft der erste Schritt ist, um sich Hilfe zu holen und wieder ein Stück mehr wie man selbst zu werden.

Deshalb erzähle ich dir das hier. So wie meine Cousine es mir im Biergarten erzählt hat. Von Herz zu Herz.

Und wenn du gerade selbst das Gefühl hast, dich nicht mehr ganz wiederzuerkennen:

Du bist nicht „zu empfindlich".

Du spinnst nicht.

Vielleicht lohnt sich einfach ein ehrliches Gespräch – mit einer Freundin, und mit jemandem, der medizinisch draufschauen kann.

Hallo,

ich bin Ines 46 und Führungskraft und Freundin. Ich möchte das wir mehr über das Thema sprechen und informiert sind. Ich möchte diese neue Phase nicht einfach "aushalten" oder "irgendwie überstehen" sondern ebenfalls mein Leben genießen und diese spannende Zeit mitgestalten.

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