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Liebeskummer mit 46: Warum es sich anfühlt wie 16, aber noch viel mehr wehtut

Ein Artikel für alle Frauen, die gerade auf dem Klo sitzen und sich fragen, was zum Teufel gerade mit ihnen passiert.

Stell dir vor: Du sitzt in einem Meeting. Vor dir ein Tisch voller Menschen, die auf dein Urteil warten. Du verwaltest ein Millionenbudget, triffst täglich Entscheidungen, die Konsequenzen haben. Du bist gut darin. Du bist diese Person.

Und dann — irgendwo zwischen Folie drei und der Kaffeepause — trifft es dich. Ein Gedanke, ein Geruch oder der Personalchef erinnert sich an ihn. Und du entschuldigst dich kurz und verschwindest auf dem Klo. Weil die Tränen einfach kommen.

Willkommen im Liebeskummer mit 46. Er ist keine Version von dem, was du mit 22 erlebt hast. Er ist etwas ganz anderes.

Du bist nicht schwach. Du bist gerade an mehreren Fronten gleichzeitig unter Druck.

Das erste, was viele Frauen in dieser Situation denken und ich auch , ist: Ich sollte das doch längst hinter mir haben. Als gäbe es ein Lebensalter, ab dem Herzschmerz nicht mehr erlaubt ist. Als ob "erwachsen sein" bedeutet, gefühllos zu werden.

Aber hier ist, was wirklich passiert: Mit Mitte 40 trägst du beim Liebeskummer nicht mehr nur den frischen Schmerz dieser einen Trennung. Du trägst alles mit.

  • Die erste Trennung damals.
  • Die Hoffnungen, die du in diese Beziehung gesteckt hast.
  • Die Frage, ob du nochmal so etwas findest.
  • Und — ganz tief drin — manchmal auch die Frage, wer du eigentlich bist, wenn du nicht die Partnerin von bist.

Das ist kein Teenie-Liebeskummer. Das ist Trauer mit Geschichte, weil man weiß was kommt.

Die Perimenopause redet einfach mit — ob du willst oder nicht

Hier wird es interessant. Und wichtig. Denn viele Frauen in dieser Phase wissen gar nicht, dass ihr Hormonsystem gerade in einem echten Umbruch steckt.

Glaube mir : Die hormonellen Veränderungen in der Perimenopause — also den Jahren vor der Menopause, die sich oft schon ab Mitte 40 bemerkbar machen — beeinflussen unter anderem die emotionale Verarbeitung, den Schlaf und das Stressempfinden.

Was das konkret bedeuten kann:

Emotionen kommen schneller und heftiger. Das liegt nicht daran, dass du überreagierst. Sondern daran, dass sich dein Nervensystem gerade in einer echten Übergangsphase befindet. Östrogen hat nämlich nicht nur mit dem Zyklus zu tun — es spielt auch eine Rolle dabei, wie dein Gehirn Stimmungen reguliert.

Schlafstörungen machen alles schlimmer. Viele Frauen schlafen in dieser Phase schlechter — Einschlafen, Durchschlafen, nächtliches Grübeln. Und wer nicht gut schläft, ist emotional weniger gepuffert. Das ist keine Charakterschwäche, das ist Biologie.

Die emotionale Resilienz ist gerade unter Last. Dein Körper und dein Geist jonglieren gleichzeitig hormonelle Veränderungen und eine Trennung und den Arbeitsalltag. Dass du dann manchmal das Gefühl hast, aus allen Nähten zu platzen — völlig logisch.

Liebeskummer ist einfach ein Arschloch !

Warum du im Job Fakten abwägst — und privat nicht weiterkommst

Das ist die Frage, die so viele kluge Frauen beschäftigt. Und sie ist berechtigt.

  • Im Beruf funktionierst ich.
  • Ich analysierst, priorisierst, entscheide.
  • Ich weißt, wie man Emotionen aus Prozessen heraushält, wenn es nötig ist. Darauf bin ich trainiert.

Aber beim Liebeskummer greifst du auf genau das System zu, das nicht rational arbeitet. Dein Gehirn ist in einer Art Überlebensmodus. Bindung, Verlust, Trauer — das sind archaische Reaktionen. Die sitzen tiefer als jedes Excel-Sheet.

Es gibt eine kleine, aber bekannte Idee in der Psychologie: Wenn wir etwas verlieren, das uns emotional wichtig ist, reagiert unser Gehirn ähnlich wie auf eine echte Bedrohung. Der Körper produziert Stresshormone. Das Denken wird enger. Die Kreativität sinkt. Man dreht sich im Kreis.

Das ist kein Versagen deiner Intelligenz. Das ist dein Gehirn, das dich schützen will — auf seine etwas ungeschickte Art.

Und noch etwas: Im Job gibt es klare Kriterien. Zahlen, Ziele, Deadlines. In der Liebe gibt es die nicht. "Soll ich zurück?" lässt sich nicht mit einer KPI beantworten. Das macht Entscheidungen so schwer — nicht weil du zu emotional bist, sondern weil es keine objektivierbaren Antworten gibt.

Was jetzt hilft — und was nicht

Was glaube ich wirklich helfen kann:

Deinem Körper etwas Gutes tun. Nicht als Ablenkung, sondern weil Schlaf, Bewegung und Essen in dieser Phase wirklich einen Unterschied machen — besonders wenn der Hormonhaushalt ohnehin gerade schwankt.

Die Trauer zulassen — auch auf dem Klo, wenn es sein muss. Unterdrückter Schmerz kommt immer irgendwann. Manchmal mitten im Meeting.

Mit jemandem reden, der nicht urteilt. Eine gute Freundin, eine Therapeutin, eine Frauengruppe. Du musst das nicht alleine tragen.

Den Vergleich mit deinem jüngeren Ich loslassen. Du bist nicht die 22-Jährige, die sich nach drei Wochen wieder verliebt. Du bist jemand, der tiefer fühlt, weil er mehr erlebt hat. Das ist kein Defizit.

Was eher nicht hilft: Dir einzureden, dass du das "eigentlich wegstecken" solltest. Oder dir vorzunehmen, ab sofort nur noch rational zu sein. Dein Herz ist kein Projekt, das du optimieren kannst.

Zum Schluss — weil es das braucht

Du sitzt vielleicht gerade mit einem Kloß im Hals und fragst dich, wann das aufhört.

Die ehrliche Antwort: Das weiß ich leider selbst nicht. Liebeskummer hat keinen Zeitplan und bin noch mittendrin.

Aber ich weiß: Du bist keine Versagerin. Du bist eine Frau, die gerade etwas Echtes verloren hat. Die gleichzeitig durch eine körperliche Veränderungsphase geht. Die täglich Leistung bringt und trotzdem menschlich bleibt.

Das ist nicht weniger. Das ist eigentlich ziemlich beeindruckend.

Auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.

Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Schreib mir gerne in die Kommentare — du bist damit nicht allein. Ich werde ebenfalls meine Learnings und Tools teilen, die mir geholfen haben.

Wir schaffen das !

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